BERGHEIM GIBELEGG // Chronik 75 Jahre  

 
 

 

Vor 75 Jahren (1929) - so hat's begonnen!

Vom Inserat bis zur Standortfrage
Von der Einigung zur Einweihung
Die Chronologie über die Jahre

Quelle: Chronik Gibelegg 1930 – 1980 / und Protokolle (bis 2005)

Vom Inserat bis zur Standortfrage

Der Turnverein hegte seit 1926 den Wunsch eine eigene Skihütte zu haben. 1928 wurde die Trio-Hütte für Fr. 3’500 dem Verein angeboten. Man sah davon ab. Bis 1929 wurde diese gemietet. Der Hütten-Fonds betrug damals Fr. 69.90.

Folgendes Inserat ist 1929 erschienen:

Zu kaufen gesucht
ein Stück
Streuland ev. mit etwas Wald
im Krienser=Hochwald gelegen.


Schriftl. Offerten mit Preisangabe und Bezeichnung der Lage und Grösse sind bis
27. August unter Chiffre 6590  an die Expedition des  „Wächter am Pilatus“  einzureichen.

 

Folgende Standorte wurden geprüft:
1.      Herrenrüti (scheint zu nahe am Dorf)
2.      Grüebli, Parzelle 1723 (Wasserbeschaffenheit schwierig)
3.      Grüebli, Parzelle 1721 (Bauplatz zu steil)
4.      Gibelegg, (günstig, Land gehört Herrn Wenger, dem Gönner des TVK)
5.      Ricketschwendi (Platz zerfällt in 4 Parzellen; schwierige Verhandlungen)

Von der Einigung zur Einweihung (Inserat / Jahre / Oben)

Am 7. März 1930 wurde mit Ehrenmitglied Ferdinand Wenger betr. Bauplatz Gibelegg verhandelt. Eine Einigung kam noch nicht zustande, da Herr Wenger das Land nicht abtreten wollte. Gemeindeschreiber Franz Dörig schlug einen Baurechtsvertrag auf 99 Jahre vor. Der Landbesitzer verlangte Bedenkzeit.

Am 1. April 1930 wurde der Vertrag mit Ferdinand Wenger besprochen. Die Standortfrage ist damit abgeklärt. Am 22. April 1930: Genehmigung des Bauprojektes. Offerten werden eingeholt

30. April 1930: Bespr. der Kostenvoranschläge. Genauere Offerten werden verlangt.
Mai 1930: Herr Wenger konnte sich noch nicht entscheiden
10. Mai 1930: Offerte von Fa. Bründler, Zimmerei, wird durchberaten. Konstruktionsplan und Holzliste muss erstellt werden.
11. Mai 1930: Besichtigung der Fahrstrasse, Lagerplätze und Baustelle. Sand, Schotter und Bollen könnten aus dem Renggbach geholt werden, nähe Rosshütte.
16. Mai 1930: Abschluss der Verhandlungen mit Herr Wenger. Vertrag: 1.05.1930 bis 1.05.1980.

Mitte Mai 1930: Kostenvoranschlag & Finanzierungsvorschlag
Für Zimmer- und Schreiner- und Maurerarbeiten Fr. 4’000.00. Bedachung, Transport und diverses Fr. 2'000.00. Total Fr. 6'000. / Bestehender Baufont TVK Fr. 2'200.00. Aus Vermögen TVK Fr. 1'500.00. Sammlung Fr. 1’500.00. Der Rest von Fr. 800.00 sollte mittels unverzinslichen Anteilscheinen aufgebracht werden.

22. Mai 1930: An der Vereinsversammlung (43 Anwesende) haben dem Bau zugestimmt. Alle Aktiven wurden verpflichtet 40 Stunden Frondienst zu leisten. Für fehlende Stunde musste Fr. 0.50 entrichtet werden.
4. Juni 1930: Baubeginn. Trotz sehrschlechtem Wetter kam der bau zügig voran.
8. Sept. 1930: Die Kommission definiert den Innenausbau und entschliesst  Email-Geschirr 2 Qual. zu kaufen.
23. Sept. 1930: Die Sammlung ergab den erfreulichen Betrag von Fr. 4'300.00 (Budget 1'500). Dank diesem Ergebnis konnten Täfer und Wolldecken angeschafft werden. Erster Hüttenwart wat Josef Renggli (Vater vom bekannten Radioreporter Josef Renggli).
16. Oktober 1930: Die Eröffnungsfeier wurde auf den 26. Oktober 1939 evt. 16. Nov. angesetzt. Infolge schlechten Wetters wurde die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben.

25. November 1930: Bekanntgabe der Bauabrechnung
Kosten Bau                                     Fr.             8'064.85
Kosten Mobilien                               Fr.               710.90
Total                                               Fr.             8'775.75

Von ca. 90 Mitgliedern wurden insgesamt 4'600 Stunden Frondienststunden geleistet. Einige Turner investierten zwischen 100 bis 600 Std. Für die Verpflegung musste jeder selber schauen.
Der Baukommission, unter der Leitung von Franz Schütz, wurde grosses Lob ausgesprochen. Der Standort wurde optimal gewählt. Die ruhige und sonnige Lage begeistert noch Heute die Besucher.

31. Mai 1931: Die offizielle Einweihung und Segnung der Gibelegg wurde bei Regen, Kälte und Wind durch Pfarrer Lang durchgeführt

Die Chronologie über die Jahre (Inserat / Einigung / Oben)

1933 wurde die Bergchilbi abgeblasen, da man das schöne und freie Leben auf der Gibelegg nicht durch „Chilbigeklirr“ stören wollte.

1934 gelangte die Kommission an den Stammverein. Viel Arbeit auf der Gibelegg und wenig arbeitsfreudige Turner. An der Versammlung wurde mehrheitlich beschlossen pro Aktivturner seien 12 Arbeitsstunden zu leisten. Trotzdem klappte es nicht so recht.

1935 waren alle geplanten Arbeiten erledigt und die arbeitsscheuen Aktivturner mussten nicht mehr um ihre Ruhe fürchten.

1937 – 1938: Elektrifizierung des Bergheimes. Pioniere bauten eine eigene Stromversorgung. Es wurde ein Wasserspeicher im Greed gebaut (12 m3) Eine 364.40 Meter Druckleitung (2 Zoll Eisenrohr) wurde ins Maschinenhaus im Greed-Stutz eingegraben. Die Maschinenanlage mit Wechselstrom-Generator wurde selber konstruiert. Die Freileitung zur Gibelegg war 491 Meter lang. Im Innenraum wurden 12 Lampen platziert. Der Konstrukteur Schilter Hans konnte am Schluss feststellen, dass Druck und Tourenzahl genau seinen Berechnungen entsprachen. Das Licht wurde per Fernsteuerung von der Gibelegg aus an- resp. abgestellt.

Am 1. August 1938 brannte zum erstem Male das Licht in der Gibelegg. Eine sensationelle Meisterleistung dieser Zeit, dies zum Preis von Fr. 1'776.90

1940 - 1950: In den Kriegsjahren fehlte es an Geld. Die Gibelegg kämpfte um Einnahmen. Irgendwie hatte man diese Zeit trotzdem überstanden.

1952: Die Idee, das Bergheim auf der Nord-Seite zu erweitern, wurde von einigen Turnern erstmals verlautet. Da die Kosten über Fr. 10'000.00 veranschlagt wurden, lies man davon ab.

1959: Das Turbinenhaus funktionierte nicht mehr wunschgemäss. Das EWL offerierte eine Freileitung zur Gibelegg. Dank weiterer Mitbenützer konnten die Kosten geteilt werden. Die Stromzufuhr war gesichert. Das bestehende Reservoir wurde umgenutzt. Der Turnverein bekam in der Nähe des Reservoirs eine Trinkwasserquelle die bis Heute das Trinkwasser liefert. Anstelle der Freileitung musste eine Wasserleitung von knapp 500 Meter gelegt werden. Aus dem Turbinenhaus wurde ein Wasserverteilzentrum. Anstelle von Strom können wir heute Wasser anbieten. Heute beziehen 4 Ferienhäuser und das Berghaus Dorschnei das Wasser von uns.

27. August 1959: An der ausserordentlichen Versammlung wurde beschlossen das Bergheim an der Nordseite zu erweitern. Im Untergeschoss werden zwei Räume erstellt. Im ersten Stock eine WC-Anlage, Erweiterung der Küche, im 2. Stock 2 Zimmer und im Dach wird das Massenlager erweitert. Kostenvoranschlag: Fr. 17'000.00. Baubeginn 1960.

9. September 1962: Einweihungsfeier des Bergheim Gibelegg. Der budgetierte Betrag konnte dank Schenkungen und Sport-Toto-Beiträge eingehalten werden. Der Umbau kostete:
Fr. 21'170.00. Im Gleichen Jahr wurde das Holzhaus restauriert.

1977: Auflagen vom Kanton verlangten einen Umbau der WC-Anlagen.

1979: Sanierung der WC-Anlagen. Einbau der Dusche und Waschtrog im Keller, versetzen des Boilers in den äusseren Kellerraum. Kosten: Fr. 5'537.50

1980: Das Jubiläum wurde in einen würdigen Rahmen auf dem Giebelegg-Hügel gefeiert. Für einige Turner einen unvergesslichen Anlass.

1984: Sanierung der Wasserverteilanlage. Für die Wasserbezüger wurden neue Verträge erstellt.

1989: Alle Vorplätze der Gibelegg sind komplett worden. Anpassungen in der Küche wurden vorgenommen.

1990: Die Spielwiese wird neu planiert und erneuert. Das ganze Massenlager hat neue Kunststoffmatratzen erhalten.

1992: Das Wasserreservoir wird geleert und mit Hochdruck gereinigt, neu abgedichtet und mit neuem Reservoir-Hut versehen.

1994: Das Holzhaus wird mit einem neuen Dach versehen. Zusätzlich wird der Strom eingezogen.

1995: Der Keller wird total neue gestaltet. Dank der neuen Auskleidung mit neuem Täfer kann der Raum für viele Zwecke neu genutzt werden. Mit einem neuen weit gefächerten Wegweiserkonzept werden unsere Gäste zu Gibelegg geführt.

1996: Die Gibelegg erhält ein komplett neues Dach. Sämtliche Dachrinnen ersetzt. Wetterladen, Kamin mit Kupferblech geschützt. Dank der grossen Mithilfe der Turnerschar konnten die arbeiten schnell und kostengünstig realisiert werden. Kosten: Fr. 50'000.00

1997: Für das Bergheim Gibelegg wurden neue Pläne erstellt. Sämtliche Masse und Leitungen sind nun auf einen Blick ersichtlich. Eine Investition für die kommenden Generationen.

1998: Erneuerung der Wasserverteilzentrale. Einbau von Druckreduzierventile und Wasseruhren. Ab jetzt ist es möglich festzustellen, auf welcher Leitung ein Leck zu suchen ist. Jede Leitung kann individuell abgestellt werden. Die Kosten werden auf Grund der neuen Verträge von 1984 aufgeteilt.

1999: Die EWL erstellt eine neue und stärkere Leitung zur Gibelegg. Die Leitung wurde neu in den Boden verlegt. Bei dieser Gelegenheit haben wir den Anschluss zur Gibelegg den neuen und ev. künftigen Bedürfnissen angepasst.

2000: Im November musste die Wasserleitung, infolge Wasserleitungsbruch, im Gebiet Cholgruebebach, auf einer Länge von ca. 100 Meter total erneuert werden. Die Bachschwelle wurde neu aufgebaut. Die Leitung wurde nun genau vermessen und im Plan genau eingetragen.

2002: Der Pachtvertrag mit der Gemeinde konnte der allgemeinen Lage angepasst werden. Platten auf dem Vorplatz neu verlegt

2003: Unter eigener Regie führte die Gibelegg das Gibi-Fest durch. Das ganze Gibi-Team unterstützte diesen Anlass. Ein neues Vorzelt wurde angeschafft

2004: Einbrecher haben Mitte April die Haupttür eingeschlagen. Der Schaden von ca. Fr. 6000.00 wird von der Versicherung übernommen und bescherte uns neben viel Ärger auch eine neue einbruchsichere Eingangstüre.

2005: Nach 75 Jahren dürfen wir mit Stolz und Hochachtung auf das Geleistete der Gibelegg-Pioniere zurück blicken. In den schwierigen 30er und 40er Jahren haben mutige und zukunftsorientierte Turner ein Werk vollbracht um das uns viele bewundern.